Auf großes Interesse der Medienvertreter traf die Pressekonferenz des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege am 30. Juli 2026 zu den laufenden baubegleitenden Ausgrabungen auf dem Gesandtenfriedhof. Vertreterinnen und Vertreter der Regensburger Außenstelle des Denkmalamts, des Bauherren und die ausführenden Archäologinnen informierten über den Stand und präsentierten typische Funde. Diese reichen von Tierknochen über Scherben von der Römerzeit und aus dem Mittelalter bis zu Sechsämtertropfen-Likörfläschchen, die auf Bodenarbeiten in den 1960er bis 1980er Jahre hindeuten. Interessante Kleinfunde reichen von einem verzierten Tonpfeifenröhrchen, über mögliche Sargnägel und einem Regensburger Pfennig bis zu Steinkugeln, die entweder Kanonenkugeln aus dem Dreißigjährigen Krieg oder abgebrochene Ornamente von den Grabdenkmälern sein könnten.
Der freigelegte Teilbereich des Bodens zeigte ganz typisch die gewölbten Oberseiten der aus Ziegelsteinen gemauerten Grabkammern, in die die Särge der verstorbenen evangelischen Reichstagsgesandten und ihrer Familien hinabgelassen worden waren. Eine Öffnung des Erdbodens ist für die Sanierung notwendig, da zum einen die entnommenen barocken Grabplatten im kommenden Winterhalbjahr in der Steinwerkstatt restauriert werden. Zum andern wird der Boden vor der Neuverlegung im nächsten Jahr neu aufgebaut mit verschiedenen Kies- und Sandlagen, die einen besseren Frostschutz und einen schnelleren Ablauf des Regenwassers gewähren sollen. Mit dem Abschluss des laufenden letzten Bauabschnitts ist Ende 2027 zu rechnen.
Sehen Sie dazu auch den Videobericht von TVA.

















