19.11.2025

Die Bundestagsabgeordneten für die Region Regensburg Dr. Carolin Wagner (SPD) und Peter Aumer (CSU) besuchten am 19. November 2025 den barocken Gesandtenfriedhof an der evangelischen Dreieinigkeitskirche in der Regensburger Altstadt. Sie informierten sich aus erster Hand über den Fortschritt der Generalsanierung der international bedeutenden Grabanlage für hochadelige, evangelische Gesandte am Immerwährenden Reichstag (1663-1805). Fördergelder in Höhe von über 830.000 Euro allein aus Bundesmitteln sind bisher schon in die erstmalige aufwändige Gesamtrestaurierung der barocken Grabdenkmäler geflossen.

Dr. Carolin Wagner bedeutet der Ort viel: „Der Gesandtenfriedhof ist ein einzigartiger Kulturschatz von europäischem Rang. Es ist unsere Aufgabe, das reiche kulturelle Erbe, das wir hier in Regensburg haben, zu bewahren und für zukünftige Generationen zu erhalten. Daher bin ich dem Haushaltsausschuss des Bundestages dankbar, dass er im Rahmen seiner Förderprogramme diese Herausforderung stemmbar macht, und ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, in den letzten Jahren für die Regensburger Altstadt Fördergelder des Bundes in Millionenhöhe zu organisieren.“

Peter Aumer schloss sich in seiner Einschätzung an: „Die Geschichte des Gesandtenfriedhofs ist unmittelbar mit der deutschen Geschichte verbunden. Die hier bestatteten Gesandten sind Zeitzeugen aus 140 Jahren Regensburger Reichstagsgeschichte und erinnern uns bis heute an die große politische Bedeutung des Immerwährenden Reichs-tags – und damit auch an den geschichtlichen Rang unserer Stadt Regensburg. Mit Hilfe der Fördergelder des Bundes können wir dieses Stück Regensburger Zeitgeschichte für die Nachwelt angemessen erhalten.“

Begrüßt wurden die Abgeordneten durch Bauherrin Andrea Betz, Leiterin des evangelischen Kirchengemeindeamts, das im Auftrag der Kirchengemeinde Neupfarr- und Dreieinigkeitskirche die Sanierung steuert. Den Baustand erläuterte der leitende Architekt Michael Feil: Nach zwei Bauabschnitten seien nun fast alle Wanddenkmäler saniert. Die weiteren Bauabschnitte widmen sich ab März 2026 der Restaurierung der Bodengrabplatten und der historischen Pflasterung. „Nach deren Entfernung kommen erst einmal die Archäologen und durchsuchen die oberen Erdschichten. Einzelne Sondage-Grabungen im Sommer 2025 haben keine Überraschungen ergeben, aber in Regensburg weiß man ja nie!“, so Feil schmunzelnd.

Rund 2,6 Millionen Euro kostet die Gesamtsanierung des Gesandtenfriedhofs. Als „national wertvolles Kulturdenkmal“ genießt der Friedhof die Förderung von Bund und Freistaat. Größere Förderbeträge kommen von der Städtebauförderung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der evangelischen Landeskirche. Ein Eigenanteil von ca. 260.000 € muss jedoch von der Kirchengemeinde selbst aufgebracht werden. Dekanats-Fundraiser Dr. Martin Weindl erläuterte: „Eine so große Einzelsumme kann von der neu fusionierten Innenstadtgemeinde mit etwa 5.000 Mitgliedern nicht allein getragen werden. Wir hoffen daher auf viele Spenderinnen und Spender!“ Sehr gut besuchte Führungen über den Friedhof, Lesungen und Theaterspiele zeigten das große Interesse der Regensburger an dem einzigartige Charme des Orts, der lange Zeit verschlossen war. „Wir möchten den Menschen die Schönheit und die Geschichte dieses besonderen Orts näherbringen“, erklärt Fundraiser Weindl, der die Aktionen koordiniert. „Die barocken Grabdenkmäler sind nicht nur kunsthistorisch wertvoll, sondern erzählen auch vom Leben der Menschen, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben.“

Zusatzinfo:
Spenden und Fördergelder dienen der Restaurierung und sicheren Erhaltung von 20 meterhohen prächtig ornamentierten und figurenreichen barocken Wanddenkmälern (Epitaphien) und 38 große Grabplatten über den im Boden vergrabenen Gruftkammern. Ihre letzte Ruhestätte fanden auf dem Gesandtenfriedhof 45 evangelische Vertreter für 11 meist norddeutschen Territorien und Reichsstädte und 17 europäische Botschafter aus Großbritannien, Schweden, Niederlande, Dänemark und Russland. In den Familiengrüften wurden häufig auch die Ehefrauen und Kinder der Gesandten bestattet.

Im Mai 2024 hatte der Regensburger Stadtrat die Aufnahme des Gesandtenfriedhofs unter die sogenannten „documente“ beschlossen. Das sind authentische historische Orte, die im Rahmen von Führungen öffentlich zugänglich sind und unterschiedliche Aspekte aus dem UNESCO-Welterbe Regensburg erläutern sollen. Wie genau die öffentliche Präsentation nach Abschluss der Sanierung ausschauen wird, wird derzeit von der Stadt und der evangelischen Kirche zusammen erarbeitet.

Foto: Leiterin Kirchengemeindeamt Andrea Betz, Dr. Carolin Wagner MdB, Peter Aumer MdB und Fundraiser Dr. Martin Weindl (v.l.n.r.) (Foto: Michael Feil)