Esaias von Pufendorf (1628-1689) Grabplatte
Esaias von Pufendorf (1628-1689) Grabplatte Wappen
Esaias von Pufendorf (1628-1689) Grabplatte Wappen
Esaias von Pufendorf (1628-1689) Grabplatte

ESAIAS VON PUFENDORF

Person

Pufendorf, Esaias Freiherr von
* 26.07.1628 in Dorfchemnitz (Lkr. Mittelsachsen)
∞ 1663 1. Heirat mit Anna Trotzig (+ 1663), 2. Heirat mit Veronika Siems(en)/Simes, 5 Kinder
+ 05.09.1689 in Regensburg
begr. 30.08.1689
Am 21.10.1689 wurde Pufendorf vom obersten schwedischen Gericht „Svea hovrätt“ wegen Landesverrats und Dienstverlassen (in Stade 1687) posthum zum Tod mit Ehr- und Vermögensentzug verurteilt.

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Berufliche Laufbahn

1639-1645 Fürstenschule Grimma
1645-1653 Studium der Altertumswissenschaften und Philosophie in Leipzig und Jena
1648 Magister und Assessor der Philosophischen Fakultät und Jurastudium in Leipzig
1650 Disputation über „De Druidibus“ (Die Druiden)
1651 Promotion zum Dr. jur. mit einer Disputation „De legibus salicis“
Hofmeister des jungen Grafen Otto Wilhelm von Königsmarck und Reisen nach Stockholm, Paris und London
Ab 1657/58 Diplomat im Dienst Schwedens auf Vermittlung durch Kanzler Oxenstierna
1659 Registrator in der königlichen Kanzlei in Stockholm
1661 Sekretär des Gesandten Nils Brahe in London
1661 Ritterschlag zum „Eques auratus“
1662-1663 Legationssekretär in Königsberg/Ostpreußen zu Verhandlungen mit den Küstenstädten
1666-1669/70 Resident (Gesandter) in Paris
1670-1672 Regierungsrat in Stade für die schwedischen Herzogtümer Bremen und Verden
1671 Gesandter im niedersächsischen Kreis
1671-1674 Resident (Gesandter) am Kaiserhof in Wien
1673 schwedisches Adelsdiplom
1675-1679 Gesandter in München, Hannover, Dresden und Magdeburg
1680-1687 Kanzler der schwedischen Herzogtümer Bremen und Verden
1687 Nach Konflikten mit der schwedischen Regierung zeigte er schriftlich seinen Amtsverzicht an und floh ohne formelle Entlassung von seinem Dienstsitz in Stade nach Hamburg.
1688 Übertritt in dänische Dienste: Staatsminister und Gesandter in Hannover

Tätigkeit beim Reichstag

1688-1689 Außerordentlicher Gesandter für Dänemark

Inschrift

Mem(oriae) Sacr(um) / Esaias à Pufendorff / Eques Auratus / Postquam iuvenilibus annis / Vivax atq(ue) sublime ingenium / solida erudition imbuisset / Regno Sveciae ministeria sua addicit / cuius negotia / Per plurimas Europae Aulas / summa fide, pari dexteritate / XXX per annos tractavit / Et cum ad extremum graves causae / Veterem stationem abdicare subegissent / A Daniae Rege ad Conventum Imperii missus / dum Legationi / ad Leopoldum Imperatorem obeundae / se accingit / per beatam mortem / Ad meliorem vitam evocatus est / Nat(us) A(nno) MDCXXVIII d(ie) XXV Jul(ii) / Denat(us) MDCLXXXIX d(ie) XXVI Aug(ust) / Veronica à Pufendorf / Vidua moestissima / marito desiteratiss(imo) / Hoc Monum(entum) / Non suo adparatu sed ponentis animo / aestimandum / F(aci) C(uravit)

Übersetzung

Der Erinnerung heilig. Esaias von Pufendorf, Goldener Ritter, sagte, nachdem er in jungen Jahren dauerhaft den feinen Verstand mit solider Ausbildung versehen hatte, seine Dienste dem König von Schweden zu, dessen Geschäfte er an vielen europäischen Höfen mit größter Treue und gleicher Rechtschaffenheit über 30 Jahre führte, bis ihn zuletzt eine schwere Sache zwang, die alte Stellung zu kündigen. Er wurde vom König von Dänemark zum Reichstag geschickt, und ist, während er sich der Gesandtschaft anschloss, die zum Kaiser Leopold gehen sollte, durch einen glücklichen Tod zu einem besseren Leben abberufen worden. Er ist geboren am 25. Juli 1628, gestorben am 26. August 1689. Veronica von Pufendorf, die überaus traurige Witwe, ließ dem sehr vermissten Gatten (dieses Grabmal) setzen, das nicht nach seinem Aufbau, sondern nach der Gesinnung der Errichtenden einzuschätzen ist.

Quellen

Albrecht Klose, Klaus-Peter Rueß, Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg (Regensburger Studien 22), hg. vom Archiv der Stadt Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5

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