GEORG PHILIPP VON FABRICE
Person
Fabrice, Georg Philipp von
* 08.04.1632 in Gießen (Vater: Philipp Ludwig Fabricius (1599–1666), Hessen-Darmstädtischer Kanzler. Mutter: Martha Maria von Münthen, *14.11.1604 in Aachen, + 18./24.10.1679 in Darmstadt, ∞ 31.10.1628 Heirat in Aachen, flüchtete mit ihren Eltern vor den Spaniern zunächst nach Hamburg, dann Utrecht und wieder nach Aachen und 1627 nach Darmstadt zu ihrer Halbschwester, die den Kanzler Anton Wolff von Todenwarth geheiratet hatte, Tochter des Cornelius von Münthen, Kaufherr in Aachen, Reichsadel: Wien 14.3.1626, und der Barbara Ruland, diese verheiratet I. mit Gerhard von Beeck)
∞ 1637 1. Heirat mit Sophie Stieglitz (1609-1662), Witwe des Oberfloßmeisters Johann Stieglitz aus Leipzig, 5 Söhne, 5 Töchter
∞ 1682 2. Heirat mit Anna Susanna, geb Stainer *26.07.1638 in Ödenburg/Ungarn, + 12.01.1708 in Regensburg, begr. 17.01.1708 (in 3. Ehe nach 1654 Johann Philipp Persius und 1660 Tobias Sebastian von Praun (1629-1682), Kaiserlicher Rat, 1660-82 Reichshofratsagent als Vertreter der Sachsen-ernestinischen Häuser, Ostfriesland und Hamburg)
+ 18.03.1709 in Regensburg
begr. 24.03.1709
Berufliche Laufbahn
Licentiatus iuris (Jurist)
Hessen-Darmstädtischer Rat, Gräflich Nassauischer Rat
1679 Sachsen-Weimarischer Rat
1686 Fürstlich Waldeckischer Rat
1695 Gräflich Ostfriesischer Rat
1701 Kaiserlicher Geheimer Rat
Tätigkeit beim Reichstag
1674-1709 Gesandter für die Grafen von Nassau (für Nassau-Ottweil, Nassau-Saarbrücken, Nassau-Usingen, Nassau-Weilburg)
1674-? für den Grafen von Mansfeld
1776-? für die Äbtissin von Andlau
1678-1709 für das Fränkische Grafenkollegium als Komitialgesandter
1679-1709 für Pfalz-Veldenz und für das Wetterauische Grafenkollegium
1680-1709 für Hamburg als Reichstagskorrespondent und Konsulent
1682-1709 für Sachsen-Weimar
1682-1690 für Sachsen-Jena
1686-1693 für den Fürsten Georg Friedrich von Waldeck
1694/95 für Hessen-Darmstadt
1695-1709 für Ostfriesland
Inschrift
Sub hoc Saxo conditur / nobile par coniugum / qui ut aetate ad Senectutem inclinata / vita ad qua[m] vis vi[r]tute[m] / exculta / morte deniq(ue) praecipitata / par efferent / ita ut par quoq(ue) paribus Sepultura esset / atteri vivus prospexit / fuit ille / Illustriss(imus) D(omi)N(us) Georgius Philippus de Fabrice / Seren(issimi) Princ(ipis) Sax(oniae) Vimar(Iensis) / ad Comitia S(ancti) R(omani) Imperii Legatus Splendidissimus / Natus A(nno) C(hristiano) MDCXLII d(ie) 2. Novem(bris) / quem publicae utilitatis ac virtutum / sive Fabrum dixeris sive seminatorem / nihil quidem à nomine aber[r]averis / illa vero / Anna Susanna i(d) e(st) gratiosa coeli rosa / ex Generosa Steinerianorum familia / sub ipso meridie velut rosa emicans / A(nno) C(hristiano) MDCXXXVIII d(ie) 25 Julii natales nacta / Sed ut rosam inter spinas stetisse nosceris / Duos iterum numerosa prole[s] maritos deflevit / pravia morte lacrymas peperit / quae contingit A(nno) C(hristiano) MDCCVIII prid(ie) [Id(us)] Jan(uarias) aet(ate) LXIX / neq(ue) tamen sine fructu amabilis fuit neq(ue) solo odore / iucunda / testat id summum maiti erga / istam desiderium / ut pote prae quo / et ipse / vitae partier ac laborum / destructus / anno sequenti mortuus.
Übersetzung
Unter diesem Stein ist ein edles Paar von Gatten beigesetzt. Dieser hat, damit sie bei einer auf das Alter ausgerichteten Lebenszeit und bei einem mit jeder beliebigen Tugend ausgestatteten Leben, schließlich bei einem jähen Tod gleiches hinaustragen, damit so dem Paar auch das gleiche Begräbnis (zuteil) werde, als Lebender vorausgesehen aufgerieben zu werden. Jener war der hochwohlgeborene Herr Georg Philipp de Fabrice, des Durchlauchtigsten Fürsten von Sachsen-Weimar hochansehnlicher Gesandter beim Reichstag des Heiligen Römischen Reichs, geboren am 2. November im Jahr Christi 1652 dem, wenn du (ihn) einen Bewirker oder Verbreiter öffentlichen Nutzens und der Tugenden nennen würdest, nichts von seinem Namen abstreichen könntest. Jene aber (war) Anna Susanna, das bedeutet Schöne Rose des Himmels, aus der edlen Familie Steiner, am 25. Juli im Jahr Christi 1638 gerade um die Mittagszeit wie eine schimmernde Rose geboren. Aber dass sie wie eine Rose unter Dornen gestanden hat, würdest du erkennen. Wiederum hat die beiden Gatten eine zahlreiche Nachkommenschaft beweint (und) bei einem allzu bösen Tod Tränen hervorgebracht, der am Vortag der Iden des Januars (12. Januar) im Jahr Christi 1708 im Alter von 69 (Jahren) eintrat. Dennoch war sie weder ohne Furcht liebreich, noch durch bloßen Geruch angenehm. Das bezeugt diese sehr große Sehnsucht des Gatten nach dieser. Denn vor diesem (Tag) ist er selbst gleichermaßen vom Leben wie von den Mühen abgenützt im folgenden Jahr gestorben.
Quelle
Albrecht Klose, Klaus-Peter Rueß, Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg (Regensburger Studien 22), hg. vom Archiv der Stadt Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5
"Georg, Philipp von Fabricius" in der Hessischen Biografie


