JOHANN JOACHIM D'ORVILLE
Person
* 03.06.1633 in Den Haag / Niederlande, evangelisch-reformiert (Vater: Friedrich d'Orville (1590–1641), Erzieher des kurpfälzischen Prinzen. Mutter: Maria Modesta Camerarius (1601–1665), Tochter des Ludwig Camerarius, Kurpfälzischer Kanzler in Heidelberg, und der Anna Maria Modeste Pastoir)
∞ 08.06.1666 1. Heirat mit Marie Christine Vultejus (* 29.06.1655 In Kassel, + 18.06.1668 in Kassel im Kindbett), Tochter des Johannes Vultejus (1605-1684), 1641 Gesandter beim Reichstag in Regensburg, 1643-1648 Gesandter bei den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück, und der Elisabeth Tossanus
∞ 15.06.1675 2. Heirat mit Elisabeth Gogreve (* 15.01.1638 in Styrum/Stadt Mühlheim a.d. Ruhr, + 17.02.1681 in Rinteln/Niedersachsen). Tochter des Bernhard Gogreve, Hofmeister und Amtmann der Grafen von Limburg-Styrum. Ihre 1. Ehe war ab 19.01.1660 mit Johann Antrecht, Regierungs- und Finanzrat in Rinteln.
+ 08.12.1688 in Regensburg
begr. 23.12.1688
Berufliche Laufbahn
1651 in Herborn, 1652 in Heidelberg, 1658 in Marburg Jurastudium mit Abschluss Lic. Jur.
1658 Praktikum beim Reichskammergericht, Kavalierstour durch die Schweiz und Frankreich
1660 Rat und Sekretär des Grafen Johann Ernst von Ysenburg-Büdingen
1666 Fürstlich Hessen-Kasselischer Rat
1667 Regierungsrat
1671 Geheimrat
1673 Gesandter zu den Friedensverhandlungen vom Nimwegen
1674 Gesandter beim Oberrheinischen Kreiskonvent in Frankfurt a. M. und Friedberg
1681-1682 Gesandter auf dem Westfälischen Kreistag
Tätigkeit beim Reichstag
1671-1674 Gesandter für Hessen-Kassel
1672-1681 für Pfalz-Zweibrücken
1682-1688 für Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt
Inschrift
D(eo) O(ptimo) M(aximo) S(acrum) / Siste gradum Viator / Lege ac Luge / Nomen et casum / Viri / Genere virtute Dignitate meritis / Inclyti atq(ue) Nobilissimi / D(omi)N(i) Johannis Joachimi Dorville / quem / Serenisimus Hassiae Landgravius / Carolus / Consiliarium in Regimine probatum / variisq(ue) Legationibus quas dextere / clarum/ Rursum ad Comitia misit Ratisbonam / Legatum / ut statu Regnum dubio / gravissimis de Republica delib[e]erationibus / adesset / sed / appetente hyeme biennio vix exacto / reditum parat / Decembr(is) XVIII anni MDCLXXXIIX / mors occupavit Reipublicae causa absentem / Cum Supra annos LV medium annum / et ultra vixit / Marito alteri / Post / Mariam Christianam / Vielteiam / suo quoq(ue) desideratissima / Bis Vidua quas ibiscum mortuis / maritis mortua / Elisabetha Carvea / Solopergerin e[x]uvias cum lacrymis / com[m]ittit / Honoris, amoris memoriae exemplar / Coniux / H(oc) M(onumentum) P(osuit)
Übersetzung
Gott dem Besten und Höchsten Heilig. Halt an Wanderer, lies und betrauere den Namen und den Fall eines Mannes, der durch Abstammung, Tugend und Würde und Verdienste berühmten und hochedlen Herrn Johannes Joachim D'Orville, den der Durchlauchtigste Landgraf von Hessen Karl als einen als Regierungsrat bewährten und von verschiedenen Gesandschaften, die er geschickt (durchführte), bekannten (Mann) wiederum als Gesandten nach Regensburg geschickt hat, damit er bei zweifelhaftem Verhalten der Könige an den ernstesten Verhandlungen über denStaat teilnehme. Aber bei Einbruch des Winters, als kaum zwei Jahre vergangen waren, bereitete er die Rückkehr vor. Am 18. Dezember des Jahrs 1688 hat den wegen des Staates Abwesenden der Tod überwältigt, als er über 55 Jahre und mehr als ein halbes Jahr gelebt hatte. Dem zweiten Gatten versieht Elisabetha Carvea Solopergerin [falsch! richtig: Gogreve], die nach Maria Christiana Vielteja auch dem Ihren die Ersehnteste war, die zweifache Witwe, die dort mit den toten Gatten tot ist, die Überreste mit Tränen und hat an Ehre, Liebe, Gedenken ein Muster einer Gattin dieses Denkmal gesetzt.
Quelle
Albrecht Klose, Klaus-Peter Rueß, Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg (Regensburger Studien 22), hg. vom Archiv der Stadt Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5
"Johann Joachim d'Orville" in der Hessischen Biografie
"D'Orville (Familie)" in Wikipedia







