ANTON VON SCHOTT
Person
Schott (Schotte, Schotten, Schottius), Anton Edler von (seit 1683)
* 1636 in Colmar/Elsass
∞ 21.2.1662 mit Anna Maria Schott, geb. Röttlin (* 11.11.1628 in Sunthofen/Elsass, + 24.04.1705 in Wien)
+ 11./22.11.1684 in Regensburg
begr. 02.12.1684
Kurfürstlich-Sächsischer Hof- und Justitienrat und Geheimer Rat; Hochfürstlich Hessischer Rat, Comes Palatinus Caesareus (kaiserlicher Pfalzgraf), Syndikus der Stadt Colmar/Elsass und Abgeordneter der Vereinigten Elsässischen Städte
Ehefrau Anna Maria Schott, geb. Röttlin, verwitwete Willius, war in erster Ehe seit Juli 1650 mit Johann Valentin Willius (+ 07.06.1659), Stadtarzt von Colmar, verheiratet. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne und zwei Töchter hervor. Das Erwachsenenalter erreichten die Tochter Anna Katharina, die den Kaiserlichen Reichshofrat Friederich von Binder heiratete, und der Sohn Emanuel Willius (geadelt von Willisen), der Kaiserlicher und Sachsen-Naumburgischer Reichs-, Hof- und Wirklicher Geheimer Rat war.
In ihrer zweiten Ehe mit Anton von Schott wurden zwei Söhne und zwei Töchter geboren; drei Kinder starben früh, der älteste Sohn Anton jun. (* 1662) verstarb 1686 in Wien.
Berufliche Laufbahn
Schule in Colmar, Studium in Straßburg, Dr. jur.
1674 Syndicus Primarius zu Colmar
1675 Kurfürstlich Pfälzischer Geheimer Rat und Kammerdirektor
1675 von Kurfürst Johann Georg II. nach Sachsen berufen und zum Kurfürstlich Sächsischen Hof- und Justizrat ernannt
1683 von Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen zum Kurfürstlich Sächsischen Geheimrat ernannt
1668 für Colmar als Gesandter nach Mainz
1675-1681 für Kur-Sachsen als Gesandter zum Obersächsischen Kreis
1676 als Kollegialgesandter des Kurfürstenkollegiums mit Mandat für Kur-Brandenburg, das Deutsche Reich, Kur-Mainz, Kur-Pfalz, Kur-Sachsen und Kur-Trier nach Bayern geschickt
1681-1683 für Kur-Sachsen zum Deputiertentag nach Frankfurt a.M.
1684 für Kur-Sachsen zum Kaiser nach Wien
Tätigkeit beim Reichstag
1667 für Colmar
1669-1679 für den Verein der elsässischen Reichstädte als Deputierter
1674 für Schlettstadt als Deputierter
1674-1684 für die Reichstadt Köln als Deputierter
1675-1678 für Kur-Pfalz als Gesandter
1675-1681 (Legitimation erneuert 1680) und 1683-1684 für Kur-Sachsen als Gesandter
1678 für Kur-Pfalz als Gesandter ad interim
1675, 1676-1678 in seiner Eigenschaft als Kursächsischer Gesandter zum Reichstag auch Primarius Director der Evangelischen Reichsstände am Reichstag
Inschrift
Refert ars quos rapuit mors, jungit Saxum / quos seiunxit fatum / Patrem e Filium unicum uniusq(ue) / nominis / Antonios Schottios, familiae suae primos / simul et ultimos / meritis illum et honore hunc spe parium / illustres / huius mortem, mors illius traxit / quod adeo quem amarat Pater in terris / requireret in coelis / non sat beatus sibi visus ni beatum / videret / et filium / vixit hic ann(os) XXIV nat(us) Colmar(ia/ a(nno) s(alutis) / LXII denatus Vienn(ae) a(nno) LXXXVI. / breve aevum ! longum Cognatis superstitibus / desiderium / queis raptis pro tantis triste lapis / solatium linquitur / lugete qui unicam stirpis spem collapsam tumulatam in uno totam familiam / versa meritis vix parta insignia cernitis / Vah! cito nata Schottis lux in tenebras / recidit / avolavit aquila deviruit arbor / procubuit fera! / lima fatalis genus nobile poliit / simul et attrivit! / at filii Viennae conditi conditttm hic / Parentem / manu qui protensa recipit illum in coelis / sibi redditum / Colmaria produxit com(m)unis patriae / negotiis admovit Ratisbona / Celebrarunt Comitia extulerunt ad summum / summorum Principum Judicia / queis elatus nihilo fuit elatior in omni / fortuna semper idem / ita dum hinc meritis illinc certatur / honoribus / Intercessit mors et in templum cogitantem / in coelum rapuit / longo rebus gestis brevi aetate / XLVIII annor(um) / aevo exacto
MARITO. FILIOQUE. DESIDERATISS[IMIS HOC MONUMENTUM] / PONENDUM CURAVIT / SUPERSTES. HEU! VIDUA. MATER MOESTISSIMA / A(NNA) M(ARIA) S(CHOTT) NATA ROETL(IN) / A(NNO) O(RBIS) R(EDEMPTI) MDCLXXXIX
Übersetzung
Die Kunst stellt die dar, die der Tod geraubt hat, der Stein verbindet, welche das Schicksal getrennt hat, den Vater und den einzigen Sohn eines einzigen Namens die beiden Antonius Schott, die ersten und zugleich die letzten ihrer Familie, jenen durch Verdienste und Ehre, diesen in der Hoffnung auf gleiche (Verdienste) ausgezeichnete. Den Tod dieses hat der Tod jenes herbeigezogen, weil der Vater den, den er auf der Erde geliebt hatte, so sehr suchte (und) im Himmel sich nicht genügend selig sah, wenn er nicht auch den Sohn selig sah. Dieser lebte 24 Jahre geboren im Jahre des Heils (16)62 in Colmar, und ist gestorben in Wien im Jahre (16)86. Eine kurze Lebenszeit! Eine lange Sehnsucht für die überlebenden Verwandten, denen für die so großen Geraubten der Stein als trauriger Trost zurückgelassen wird. Trauert, die ihr die einzige Hoffnung des Stammes zusammengestürzt, die ganze Familie unter einem einzigen (Grabhügel) begraben (seht), die für die Verdienste kaum erzeugten Abzeichen gewendet seht. Wehe das den Schottens schnell entstandene Licht fiel in die Dunkelheit zurück, der Adler flog davon, der Baum verdorrte, das wilde Tier sank nieder! Eine verderbliche Seuche feilte das edle Geschlecht weg und rieb es zugleich auf. Aber den hier bestatteten Vater des in Wien zu Grabe getragenen Sohnes, der mit ausgestreckter Hand jenen, der ihm im Himmel zurückgegeben ist, empfangt, hat Colmar hervorgebracht, hat Regenburg zu den Geschäften für das gemeinsame Vaterland hingebracht, hat der Reichstag gefeiert, haben die Beurteilungen der höchsten Fürsten zum höchsten (Gipfel) empor getragen, durch welche hervorgehoben er in keiner Weise hochmütiger und bei jedem Geschick immer der Gleiche war. So während er auf der einen Seite mit Verdiensten (und) auf der anderen mit Ehren wetteifert, trat der Tod dazwischen und entriss den an die Kirche denkenden in den Himmel bei einem langen Lebensalter nach den vollbrachten Taten,(aber) in kurzer Lebenszeit nach den 48 (Lebens-) Jahren.
Dem Gatten und dem Sohne, den sehr Vermissten ließ (dieses Grabmal) setzen die – wehe! – überlebende Witwe und Mutter, die tieftraurige Anna Maria Schott geborene Roetlin im Jahre der Rettung der Welt 1689.
Info
Das Wappen der Familie Schott ist geviert mit einem Herzschild: in Silber ein roter Dreiberg und darauf ein grüner „schattiger“ Baum (sprechendes Bild für „Schott“). Die Felder 1 und 4 sind geteilt von Silber und Gold, darin ist ein einwärts sehender, Gold bewehrter schwarzer Adler. Die Felder 2 und 3 sind geteilt von Rot und Schwarz und darin ein einwärts gekehrter, aufgerichteter natürlicher Wolf (Fuchs), mit einer Säge in den Pranken. Nach dem Adelsbrief für Anton Schott ist die Figur ein Wolf oder Roetel (eine Anspielung auf den Namen der Ehefrau).
Quellen
Albrecht Klose, Klaus-Peter Rueß, Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg (Regensburger Studien 22), hg. vom Archiv der Stadt Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5
„Anton Schott“, in: Wikipedia









