Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph 2024
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph 2023
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph 1932
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph Restaurierung 2024
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph Todesherme rechts
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph Eckvolute rechts
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph Trauernder Engel rechts
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph Sockel
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph Sockel Totenkopf
Arnold Heinrich von Treskow (1688-1728): Epitaph Griechische Inschrift

ARNOLD HEINRICH VON TRESKOW

Person

Treskow (Trescau), Arnold (Adam) Heinrich Freiherr von
* 1688 (1686 Begräbnisverzeichnis)
+ 28.07.1728 in Regensburg
begr. 30.07.1728

Seiner Königlichen Majestät zu Preußen und Churfürstlicher Durchlaucht zu Brandenburg wirklicher Geheimer Staatsminister, Domherr zu Minden, Probst der adeligen Fräulein-Stifte St. Marien in Minden und in Levern, 1723 Freiherr

MEHR
WENIGER

Berufliche Laufbahn

1706-1709 Stud. jur. in Halle
1709 Dr. phil. in Halle mit einer Disputation „De rebus a Conrado III. Franciae Orientis Rege gestis“, die ein besonderes Lob erhielt
ca. 1710 Eintritt in den preußischen Staatsdienst
1714-1728 Domdechant und Archidiakon in Minden
1716 Regierungsrat
1720 Geheimer Rat
1721 adjungierter Landrat
1723 Wirklicher Geheimer Rat, Landrat der Ämter Reineberg und Rahden, Propst der Damenstifte Levern und St. Marien in Minden

Tätigkeit beim Reichstag

1728 für 14 Tage Kurfürstlich Brandenburgischer Gesandter in Regensburg

Inschrift

Viator / Huc oculos verte / Ac fallacem pariter et mutabilem sortis humanae aleam / contemplare / quae inconstantia nil constantius / habet / et quod saepius suppeditat lucrum / Eo citius quoq(ue) iacturam minatur / atq(ue) ruinam / exemplo tibi sunt recenti / Cineres hoc sub marmore latentes Reverendissim Perillustris(simi) Ac Excellentissimi viri / Arnoldi Henrici de Treskow / Serenissimi ac Potentissimi Regis Prussiae / et Electoris / Brandenburgici Minister status intimi et ad/ S(acri) R(omani) I(mperii) Comitia Legati / Ecclesiae cathedralis Mindensis Canonici nec / non Praepositi / Duorum nobilium Capitulorum Mindensium / ad St: Mariam / Et Levern dictorum Domini in Schlagentin / Milo et Mangelsdorf etc. / qui / Florens virtute, vigens aetate, fulgens fortuna / summum felicitatis humanae culmen attigisse videbatur / sed brevi corruptus morbo / Proh dolor / in optimo et medio aetatis flore, annum nempe / habens / XXXX coelebs extinctus est. A(nn)o aerae Christianae / 1728. die 28 Julii / et quod omnium apprime mirandum lugendumq(ue) Tibi reliquit transienti / hoc est / quod statim in limine Spartae sibi concreditae dura / haec subiit fata et vix imo ne vix quidem αξίωμα [axioma] Legati et / Consiliarii / Status Intimi accepit / Spatio 18 dierum hocce suo defuncto munere iterum / decedens / Ingenti omnes sui affecit desiderio / dum corruit / eximium pietatis decus / egregium comitatis exemplum / Maximum Familiae inclytae Fulcrum / et deniq(ue) rarum solidae Eruditionis / Lumen / adeoq(ue) / merito dignus / ut eius et umbrae et urnae immortalis ac veneranda / se associet memoria / Quam abs te etiam expectat et exposcit / Viator.

Übersetzung

Wanderer wende hierher die Augen und du betrachtest den gleichermaßen trügerischen und veränderlichen Würfel des menschlichen Schicksals, welches nichts Beständigeres als die Unbeständigkeit hat und das, was es öfter als einen Gewinn darreicht, auch als Verlust und Ruin droht. Beispiele sind dir Heutigem die unter diesem Marmor verborgenen Aschen des hochachtbaren, hochwohlgeborenen Mannes Arnold Heinrich von Treskow Exzellenz, des durchlauchtigsten und mächtigsten Königs von Preußen und Kurfürsten von Brandenburg geheimen Staatsministers und Gesandten zum Reichstag des Heiligen Römischen Reiches, Kanonikus der Domkirche in Minden und Propst der beiden adeligen Mindener Kapitel, die zu St. Marien und zu Levern genannt sind, Herrn in Schlagentin, Milo und Mangelsdorf etc., der blühend in Tugend, gesund beim Alter, glänzend an Glück, den höchsten Gipfel des menschlichen Glückes erreicht zu haben schien, aber durch eine kurze Krankheit – Oh Schmerz! – mitten in der besten Blüte des Lebens, allerdings im 40. Lebensjahr unvermählt im Jahre 1728 der christlichen Ära am 28. Juli gestorben ist. Und, was er als etwas, das von allen vorzüglich zu bewundern und zu betrauern ist, dir Vorübergehendem zurückgelassen hat, ist dieses, dass er sogleich an der Grenze, der ihm zugesprochenen Ämter diese Schicksale erduldet hat und dass er kaum sogar nicht einmal den Rang eines Gesandten und Geheimen Staatsrats angenommen hat. Nachdem er dieses sein Amt in einem Zeitraum von 18 Tagen ausgeübt hat, hat er wiederum scheidend alle mit ungeheurer Sehnsucht nach sich erfüllt, während die herausragende Zierde der Frömmigkeit, das herausragende Beispiel der Freundlichkeit, die größte Stütze einer berühmten Familie und schließlich das seltene Licht einer gediegenen Erziehung zusammengestürzt ist. Und er ist so sehr verdientermaßen würdig, dass an dessen Schatten und Urne ein unsterbliches und verehrungsvolles Gedenken sich anschließt, welches er auch erwartet und verlangt von dir Wanderer.

Info

Treskow war (Grund-)Herr zu Schlagenthin und Mangelsdorf (beide Stadt Jerichow/Sachsen-Anhalt), sowie Milow (Amt Grabow, Lkr. Ludwigslust-Parchim/Mecklenburg-Vorpomern).

Treskow war Domherr und Archidiakon in Minden (Nordrhein-Westfalen). Das Domkapitel in Minden war seit 1648 mit sieben evangelischen und elf katholischen Domkapitularen besetzt, die vom Kurfürsten von Brandenburg ernannt wurden. Treskow war auch Propst des ehem. Benediktinerinnenklosters und späteren Damenstifts St. Marien und St. Blasius in Minden und des ehem. Zisterzienserinnenklosters und späteren Damenstifts Levern (Gde. Stemwede, Lkr. Minden-Lübbecke/Nordrhein-Westfalen). Der Propst vertrat die Stifte mit Sitz und Stimme auf dem brandenburgischen Landtag.

Quellen

Albrecht Klose, Klaus-Peter Rueß, Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg (Regensburger Studien 22), hg. vom Archiv der Stadt Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5

„Adam Heinrich von Treskow“, in: Wikipedia