AUGUST LUDWIG VON WÜLKNITZ
Person
Wülknitz, August Ludwig Freiherr von
* 23.01.1695 in Reinsdorf (Stadt Südliches Anhalt/Anhalt-Sachsen)
+ 17.09.1768 in Ried (Stadt Neuburg a.d. Donau) aufgrund Schlaganfall bei einer Jagd
begr. 21.09.1768 auf dem Gesandtenfriedhof Regensburg (Leichenzug am 23.09.1768)
Wohnung: Herrn D. Oppermanns Behausung (Gesandtenstraße 4)
Berufliche Laufbahn
1722 Landgräflich Hessen-Kasselscher Assessor bei der Regierung in Marburg
1723 Dr. jur. am Collegium Carolinum in Kassel
1726 Adeliger Regierungsrat
1727-1730 für Braunschweig-Blankenburg als Gesandter nach Russland
1733 als Begleiter von Herzog Anton Ulrich von Braunschweig nach Russland
1736 für Hessen-Kassel Gesandter in besonderer Mission in Hannover
1736 Geheimer Regierungsrat und Protokollführer im Geheimen Ratskollegium
1739, 1743 Wirklicher Geheimer Rat und Komitialgesandter in Frankfurt a. Main
1745 zur Kaiserwahl Franz I. von Habsburg-Lothringen in Frankfurt a. Main
1745 Regierungspräsident und Staatsminister in Kassel
1751 als Geheimrat, Komitialgesandter und Regierungspräsident in Kassel bestätigt
1752 Gesandter für Hessen-Kassel im Kurfürstentum Bayern
Tätigkeit beim Reichstag
1735-1768 für Hessen-Kassel, die Grafschaft Schaumburg-Lippe und das Fürstentum Nassau-Dietz-Oranien als Gesandter
1737-1745 für das Haus Anhalt als Gesandter
1737-? Für Henneberg
1741 für Sachsen-Eisenach als Gesandter ad interim
1743-1753 für Nassau-Siegen
1744-1768 für Sachsen-Hildburghausen als Gesandter
1751 für Sachsen-Gotha-Altenburg als substituierter Gesandter
1751-1755 für Brandenburg-Bayreuth als substituierter Gesandter
1753-1768 für Mecklenburg-Schwerin als bevollmächtigter Gesandter mit Votum für Ratzeburg
1756-1768 für Brandenburg-Ansbach als Gesandter
1756-1768 für die Reichsstadt Nürnberg als Bevollmächtigter
1767 für Kur-Sachsen mit Votum für Henneberg
Inschrift
MNHMA / viri / Dum viveret / generis fotunarumque splendore / loci & dignitatis aplitudine / meritorumnrerumque sapienter et feliciter gestarum gloria / ingenii animique praestantia / Illustrissimi atque Excellentissimi nominis immortalitate post fata dignissimi / AUGUSTI LUDOVICI ex Baronibus de WUELCKNITZ / Dynastae clientelarum Reinsdorf Maasdorf / Piethen Rohndorf Ziebigk Cruchern Rel(iquorum) / Ser(inissimi) Pr(insipis) Landgravii Hass(o)-Casselani / a consiliis interioribus status ministri / iudicorum praesidis / et ad S(acri) R(omani) I(mperii) comitia / cum ipsius / tum S(erenissimi) Duc(is) Saxo Coburgici Hildburghusani Megalo(politani) / Ratzeburg(ii) & Pr(incipis) Nassov(iae) Arausion(is) / LEGATI SPLENDIDISSIMI / quem / quattuor celsissimi Hassiae principes / Carolus, Frid(ericus) I. Suec(iae) R(ex), Wilh(elmus) VIII., Frid(ericus) II. / ob singularem fidem mentisque vim eximiam / variis iisque gravissimis muneribus ornatum / constanti per VII annos benevolentia gratia amicitia complexi / honestarunt amarunt suspexerunt, splendidissimi ad Imp(erii) comitia legati / insigne ordinis sui per annos XXXIIII decus / mirificam propter oris comitatem animi lenitatem morum suavitatem / observanter coluerunt, Candidi omnes / ob pietatem in Deum singularem in bonos humanitatem probitetemque / ac beneficam bene merendi de omnibus voluntatem / venerabundi in deliciis habuerunt luctu iam acerbissimo desiderant. Natus est Reinsdorfii Anhalt(ino) MDCXCV A(nno) D(omini) XXIII Ian(uarii) / de vitam statione decessit XVII Sept(embris) A(nno) P(ost) C(hristum) N(atum) MDCCLXVIII / morte in itinere rei public(ae) causa suscepto oppressus / in vico Ried prope Neuburgum / corpus eius examine adserto legatis Germ(aniae) Pr(incipum) iure suo / libero commeatu huc inde secondo Danubio delatum / in proxima conditum est area D(ie) XXI Sept(embris) / pompa funeris ducta D(ie) XXIII ei(usdem) M(ensis) / vixit ann(os) LXXIII mens(es) VII Hebd(omadas) II / fratri patruoque grata memoria prosequendo / L(ibenter) M(erito) Q(ue) P(oni) C(uravit) / gentilitate & cognatione / PROXIMI
Übersetzung
GEDENKSTEIN des Mannes, der, während er lebte, durch Glanz des Geschlechts und der Glücksgüter, durch Umfang der verdienten Stellung und Würde, durch den Ruhm der Verdienste und durch die klug und glücklich verrichteten Taten, durch die Vorzüglichkeit des Verstandes und des Herzens (und) durch die Unsterblichkeit nach dem Tode des Namens eines Hochwohlgeborenen und Hochangesehenen am würdigsten (war), AUGUST LUDWIG aus den Freiherren von WUELCKNITZ, Erbherr der Herrschaften Reinsdorf, Maasdorf, Piethen, Rohndorf, Ziebigk, Cruchern und anderer, des Durchlauchtigsten Fürsten Landgrafen von Hessen-Kassel Geheimrat, Staatsminister, Gerichtspräsident und HOCHANSEHNLICHER GESANDTER zum Reichstag des Heiligen Römischen Reiches einerseits für sein Land, andererseits für die Durchlauchtigsten Herzöge von Sachsen, Coburg, Hildburghausen, Mecklenburg, Ratzeburg und den Fürsten von Nassau-Oranien, den vier Durchlauchtigsten Fürsten Hessens Karl, Friedrich I., König von Schweden, Wilhelm VIII. und Friedrich II. als wegen der einzigartigen Treue und herausragenden Verstandeskraft mit verschiedenen und dabei sehr bedeutenden Ämtern ausgezeichneten und mit durch sieben Jahre beständigem Wohlwollen, Gunst und Freundschaft umfassten, ehrten, liebten und hoch achteten, den die hochansehnlichen Gesandten des Reichstags als die besondere Zierde ihres Standes durch 34 Jahre wegen der wunderbaren Höflichkeit der rede, wegen der Sanftheit des Herzens und der angenehmen Sitten beständig verehrt haben, an dem alle Lauteren wegen der einzigartigen Frömmigkeit gegen Gott, (wegen) der Menschlichkeit und Rechtschaffenheit gegen die Guten und dem aufs Wohltun gerichteten Willen, bei allen wohl verdient zu sein, großes Wohlgefallen hatten und den sie schon in sehr bitterer Trauer vermissen. Geboren ist er in Reinsdorf/Anhalt im Jahr des Herrn 1695 am 23. Januar, vom Schauplatz des Lebens schied er am 17. September im Jahr nach Christi Geburt 1768. Vom Tod bei einer wegen des Staats unternommenen Reise im Dorf Ried bei Neuburg überwältigt, wurde sein Körper entseelt unter Anwendung des für Gesandte deutscher Fürsten (geltenden) Rechts auf freie Zufuhr von dort hierher bei günstigem Donau(stand) herabgebracht und im hier nächstgelegenen Friedhof am 21. September beigesetzt, wobei der Leichenzug am 23. Des gleichen Monats geführt wurde. Er lebte 73 Jahre, 7 Monate, 2 Wochen. Dem Bruder und Onkel, der in dankbarem Gedanken fortlebt, ließen (das Grabmal) gern und nach Verdienst setzen die an Geschlecht und Verwandtschaft NÄCHSTEN.
Quellen
Albrecht Klose, Klaus-Peter Rueß, Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg (Regensburger Studien 22), hg. vom Archiv der Stadt Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5
„August von Wülknitz“, in: Wikipedia









