JOHANN GUSTAV VON RECK
Person
Reck, Johann Gustav Reichsfreiherr von (seit 08.03.1715)
* 28.02.1662 in Hannover
∞ mit 1) Anna Maria Barth, und 2) Maria Amalia v. Woelcker aus Nürnberg
+ 18.06.1737 in Regensburg
begr. 22.06.1737
Königlich Großbritannischer und Kurbraunschweigischer Rat und geheimer Legationsekretär, Sachsen-Lauenburgischer Gesandter, Kurfürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Rat und Resident in Regensburg
Berufliche Laufbahn
1688 Eintritt in den Dienst des Herzogs von Braunschweig als Sekretär
1720/21 als Bevollmächtigter des Corpus Evangelicorum der Evangelischen Bundesgenossen des Reichstags an den Kurpfalzischen Hof entsandt, um die Fortschritte bei der Beilegung der pfälzischen Religionsstreitigkeiten zu beobachten
1730 für Hannover nach Frankreich als bevollmächtigter Minister
Tätigkeit beim Reichstag
1688 (1714) -1725 für Kur-Hannover als Legationssekretär
1725-1737 für die Grafschaften Hoya und Diepholz
1725-1737 für die Grafschaft Spiegelberg
1725-1737 für Sachsen-Lauenburg als Abgesandter
1726-1737 legitimiert wegen Ratzeburg
Inschrift
Generosae suae gentis / In Alsatia et Hungaria quae potissimum effloruit / Decus et Amplificator / Perillustris et Excellentiss(imus) Dominus/ Johannes de Reck/ natus Hannoverae d(ie) XXIIX Febr(uarii) MDCLXII / Serenissimo Duci Brunsvico Luneburgico / Primoq(ue) augustae huius domus Electori / Ernesto Augusto / ab A(nno) MDCLXXXVIII in S(acri) R(omani) I(mperii) Comit(iis) a Litteris secretiorib(us) / In maxime arduis Noni cumprimis Electoratus / negotiis / Probus Indefessus et felix / Duorum augustiss(imorum) Imperatorum Rom(anorum) Coronationi / itemq(ue) capitulationi Elect(orali) Carolinae / Electoral(is) secret(arii) munere functus interfuit / A(nno) MDCCXX a Corp(ore) Evangelicorum ad Aulam Palat(inam) / in causa Relig(ionis) cum auctoritate / ablegatus / Tandem ad splendidiss(imi) Legati Saxo Lauenb(urgensis) dignitatem / A(nno) MDCCXXV cum meritorum gloria / evectus / ad Pacis Suession(is) Congressum A(nno) MDCCXXVIII missus Mandata Regis Brit(aniae) fideliter / executus / A(nno) MDCCXXIX inde ad Comit(ia) Ratisp(onensia) / reversus / demandatis sibi officiis usq(ue) ad vitae finem / cum summa fidei ac prudentiae / Laude praefuit / bis maritus fortunatus / Ex Anna Maria Barthia nob(ili) Hung(ara) / sex filias et unicum filium / Ex Maria Amalia de Woelckern Nor(imbergensi) / tres filias suscepit / annos natus LXXV/ A(nno) MDCCXXXVII d(ie) XVIII Iun(ii) pie ac placide / obiit / P(ium) M(onumentum) P(osuerunt) / Relicta Conjux et Progenies
Übersetzung
Der Schmuck und Mehrer seines edlen Geschlechts, welches am meisten im Elsass und in Ungarn erblühte, der hochwohlgeborene Herr Johannes von Reck Exzellenz, geboren in Hannover am 28. Februar 1662,
war dem Durchlauchtigsten Herzog von Braunschweig Lüneburg und ersten Kurfürsten dieses erhabenen Hauses Ernst August ab dem Jahre 1688 Geheimer Sekretär beim Reichstag des Heiligen Römischen Reiches,
war bei den sehr schwierigen Verhandlungen mit den Ersten Fürsten wegen der neunten Kurfürstenwürde bewährt, unermüdlich und glücklich,
nahm an der Krönung zweier erhabener römischer Kaiser und ebenso an der (Formulierung der) Karolinischen Kapitulation der Kurfürsten im Amt eines kurfürstlichen Sekretärs teil,
war im Jahre 1720 vom Corpus Evangelicorum an den kurpfälzischen Hof in einer Religionssache mit Vollmacht abgesandt,
war endlich zur Würde eines hochansehnlichen Sachsen-Lauenburgischen Gesandten im Jahre 1725 mit dem Ruhm der Verdienste erhoben,
war zu den Friedensverhandlungen von Soissons im Jahre 1728 geschickt und hat die Aufträge des Königs von England treu erfüllt,
hat im Jahre 1729 von dort zum Reichstag nach Regensburg zurückgekehrt, die ihm übertragenen Ämter bis zum Lebensende mit größter Treue und dem Lob der Klugheit ausgeübt,
war zweimal glücklich verheiratet, hat von Anna Maria Barth, einer ungarischen Adeligen, sechs Töchter und einen Sohn, (und) von Maria Amalia von Woelckern aus Nürnberg drei Töchter bekommen. 75 Jahre lebend, ist er im Jahr 1737 am 18. Juni fromm und sanft gestorben. Ein liebevolles Denkmal haben die zurückgelassene Gattin und die Nachkommenschaft gesetzt.
Quellen
Albrecht Klose, Klaus-Peter Rueß, Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg (Regensburger Studien 22), hg. vom Archiv der Stadt Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5
„Johann von Reck“, in: Wikipedia








