MARIA ELISABETH THOMAS
Person
Maria Elisabeth von Thomas, geb. Bohn (Bonne, Bonn, Bohnia)
Ehefrau von Dr. Johann Thomas, Gesandter des Fürstentums Sachsen-Coburg
* 19.09.1635 getauft in Speyer.
∞ 25./27.09.1653 mit Dr. Johann(es) Thomas in Regensburg, 2 Söhne, 2 Töchter
+ 19.04.1664 in Regensburg
begr. 24.04.1664
Vater
Johann Philipp (von) Bohn
* 19.02.1597 in Lorch
1620 Dr. jur. nach Jurastudium in Giessen und Heidelberg
∞ 19. Juni 1621 Heirat mit Anna Christina Henner (1602-1650), 2 Söhne, 2 Töchter
1622 Kammergerichtsadvokat und Prokurator beim Reichskammergericht In Speyer
1652 Kaiserlicher Reichshofrat
1654 Kaiserlicher Hofpfalzgraf und erblicher Adelsstand
+ 18.02.1658
Der Vater stammt aus der bekannten Wormser Familie Bonne. Bis ca. 1670 führte die Familie den Namen von Bohn. Danach bürgerte sich die Namensform von Bonn ein. Die Familie ist 1721 ausgestorben.
Ehemann
Dr. Johann(es) Thomas (Thoma, Thomae, Thomasius, Thomasen)
* 28.08.1624 in Leipzig
∞ 1) 25./27.09.1653 mit Maria Elisabeth Bohn; 2) 28.02.1671 mit Susanna Schröter, Witwe des Fürstlich Sachsen-Naumburgischen Hochbestallten Hof- und Justizrat Paul Hörnick/ Hornigk (+1664 in Regensburg), 2 Söhne
+ 02.03.1679 in Altenburg
Berufliche Laufbahn Ehemann
1636 Gymnasium in Gera
1640 Studium der Philosophie und Jura in Wittenberg, 1641 in Leipzig, 1644 in Jena, dort zugleich Hofmeister bei Hermann von Wolframsdorf
1644/46 Magister und Dozent in Jena
1648 Dr. jur. mit einer Disputation „De Auxiliis Aegrotorum“ in Leipzig
1650 Ordentlicher Professor in Jena, Assessor am Fürstlich Sächsischen Gemeinen Hofgericht und am Schöppenstuhl in Jena; Herr auf Naundorf bei Eisenberg
1652 Eintritt in den Dienst von Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg mit dem Titel Sachsen-Altenburgischer Hof- und Justizrat
1659 Geheimer Konsistorialrat, in Abwesenheit zum Konsistorialpräsidenten in Altenburg ernannt
1668 Geheimer Rat, Kanzler und Direktor der Obersteuereinnahme zu Altenburg und Coburg
Ablehnung verschiedener Rufe nach außerhalb
1669-1672 Vormund für Herzog Friedrich III. von Sachsen-Altenburg
Tätigkeit als Gesandter
1654-1659 für Sachsen-Altenburg alleiniger Gesandter zum Reichsdeputationstag in Frankfurt/M.
1657 für Sachsen-Altenburg als Gesandter zum Kurfürsten von Mainz
1658 Teilnahme an Wahl (08.07.) und Krönung (22.07.) von Kaiser Leopold I. in Frankfurt/M.; auf Befehl der Kurfürsten Mitarbeit an der Wahlkapitulation für den neuen Kaiser
1659 für Sachsen-Altenburg Gesandter in Kur-Sachsen
1660 Gesandter in Wien zum Empfang der Reichslehen für Sachsen-Altenburg und Sachsen-Coburg, danach Rückkehr nach Regensburg
1668 für Sachsen-Altenburg Gesandter in Kur-Sachsen
1673 als Gesandter nach Wien zum Lehensempfang; Weitere Reisen zu fürstlichen Konferenzen zu Kreis- und Landtagen
1676 bei der Beerdigung von Herzog Ernst dem Frommen in Gotha
1667 für Sachsen-Gotha, -Altenburg und –Coburg als Gesandter zum Obersächsischen Kreis
1658 Teilnahme an Wahl (08.07.) und Krönung (22.07.) von Kaiser Leopold I. in Frankfurt/M.; auf Befehl der Kurfürsten Mitarbeit an der Wahlkapitulation für den neuen Kaiser
Tätigkeit beim Reichstag
1653 bis zum Reichstagsabschied 1654 für Sachsen-Altenburg als Gesandter, zusammen mit August Carpzov, Geheimrat und Kanzler in Coburg
1659-1663 für Sachsen-Altenburg als Gesandter zum Ordinar-Deputationstag in Regensburg und nach Eröffnung des Immerwährenden Reichstags bis 1667
1662-1668 als Gesandter für Sachsen-Altenburg und Sachsen-Coburg
1663-1668 für die Grafschaft Sayn
1664-1668 für Baden-Durlach und Hochberg, für die Grafschaft Henneberg namens Sachsen-Naumburg-Zeitz
1667/68 für die Fränkische Grafenbank
Johann Thomas ist den Biographen und Zeitgenossen nicht als literarisch produktiv bekannt gewesen. Er hat aber mehrere juristische und theologische Werke verfasst. So veröffentlichte er u.a. 1650 ein Gedicht „Friedensgedancken“ und 1666 eine „Confessio fidei orthodoxa“ gegen die Confessio von Jacob Maselius SJ. Er ist auch der mutmaßliche Verfasser eines Schäferromans „Damon und Lisille“, der unter dem Pseudonym Mathias Jonsohn in Hamburg 1663 erschienen ist.
Inschrift
Die folgende Inschrift stand auf einer heute verschollenen Metallplatte in der Kartusche unterhalb der Halbfigur von Elisabeth von Thomas:
Nobilis et Clarissima / Foemina / Maria Elisab. Bohnia I(ohann) Thomae / J(uris) C(onsul) Conj(ux) / Forma et morum elegantia praestans / Annos nata XXVIII mens(es) V d(ies) XXVIII / Placide expiravit Ratispon[ae] / Anno MDCLXIV. XIII Kal. May(as).
Übersetzung
Die edle und hochgerühmte Frau Maria Elisabeth Bohn, Gattin Johannes Thomas', eines Rechtsgelehrten, hervorragend durch die Gestalt und die Eleganz der Sitten, geboren für 28 Jahre 5 Monate 28 Tage, ist sanft verschieden in Regensburg im Jahr 1664 am 13. Tag vor den Kalenden des Mai [19. April]
Quellen
Albrecht Klose, Klaus-Peter Rueß, Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg (Regensburger Studien 22), hg. vom Archiv der Stadt Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5
„Johann Thomasius“, in: Wikipedia










